Billard spielen Kinder ebenso begeistert wie Erwachsene. Mancher Billardtisch blickt auf Jahrzehnte intensiver Nutzung zurück, sei dies professionell im Sportverein oder als vergnügliches Spielangebot in Gaststätten. Das Bauen eines Billardtischs ist bei gründlicher Vorbereitung, mit dem richtigen Werkzeug und einer sinnvollen Bauanleitung für jeden ambitionierten Heimwerker umsetzbar. Dabei können die Abmessungen der Tische den Aufstellbedingungen in den eigenen vier Wänden in gewissem Umfang angepasst werden.

Nötige Materialien für einen soliden Billardtisch im Eigenbau

Für die Vorbereitung der einzelnen Teile sollte sich der Heimwerker etwas Zeit nehmen. Falls es der Platz erlaubt, können die fertig abgemessenen Leisten und Bretter wie beschrieben auf den langen und kurzen Seiten vorgelegt werden. Ansonsten hilft die Beschriftung jedes Teils dabei, später bei der Montage fehlerfrei und zügig voranzukommen. Diese Holz-Bauteile plus Zubehör bilden später den Billardtisch:

  • 16 Balken für die Tischbeine (75,5 x 10 x 10 cm)
  • Eine Tischplatte (2,2 cm x 2,48 m x 1,36 m)
  • Zwei Leisten für die langen Seiten des Tisches (2,6 cm x 2 m x 85 cm)
  • Zwei Leisten für die langen Rahmen (2,4 cm x 2,36 m x 6 cm)
  • Vier Profilleisten als lange Bandenleisten (2,9 cm x 1,06 m)
  • Zwei Bretter als lange Seitenverkleidung (1,9 cm x 1,42 m x 92 cm)
  • Fünf Leisten für die kurzen Seiten des Tisches (2,6 cm x 1 m x 85 cm)
  • Zwei Leisten für die kurzen Rahmen (2,4 cm x 1,36 m x 6 cm)
  • Zwei Profilleisten als kurze Bandenleisten (2,9 cm x 1,10 m)
  • Zwei Bretter als kurze Seitenverkleidung (1,9 cm x 2,52 m x 12,5 cm)
  • Sechs Kugelfangtaschen (können aus Netzen und Haken selbst hergestellt werden)

Außerdem werden zum Verbinden, Fertigstellen und Fixieren diese Materialien benötigt:

  • Metallwinkel zur Stabilisierung der Ecken
  • Holzschrauben zur Montage der Seiten und Rahmen
  • Sprühkleber zum Versprühen unter der Filzfläche
  • Grüner Filzstoff zum Aufkleben der Billardfläche
  • Holzleim zum Verbinden der Holzteile
  • Schleifpapier zum Glätten von Schnittkanten
  • Lack als Holzversiegelung vor allem gegen Nässe

 

Benötigtes Werkzeug für den Bau

Das meiste Werkzeug, das hier beschrieben ist, hat jeder Heimwerker in seiner Hobbywerkstatt. Einige der Montagehilfen können bei Bedarf preisgünstig nachgekauft oder ausgeliehen werden.

Diese Checkliste muss vor Beginn der ersten Montageschritte gründlich abgearbeitet werden:

  • Schraubzwingen oder Spanngurte zum Fixieren verleimter Bauteile
  • Feine Stichsäge oder Lochkreissäge zum Ausschneiden der Billardlöcher und weiterer Zuschnitte
  • Pinsel zum Lackieren des Billardtischs
  • Bleistift oder Anreißnadel zum Markieren der Lochkonturen
  • Schraubendreher oder Akkuschrauber zum Verschrauben der Bauteile

Montageschritt Eins: Unterkonstruktion für den Tisch bauen

Die Tischbeine haben eine Länge von 75,5 cm und werden zuerst auf Maß geschnitten. Als Material eignen sich dafür am besten Balkenstücke. Diese werden vollflächig verleimt und anschließend mit Schraubzwingen fixiert, so dass der Holzleim ohne Verrutschen abbinden kann. Anstelle einer Schraubzwinge leisten auch Spanngurte straffe Montagehilfe. Für die Unterkonstruktion wird aus den langen und kurzen Rahmenleisten (Zwei und ein Meter) ein Rahmen hergestellt. Sobald dessen Seitenteile fest miteinander verbunden sind, können in den Rahmen die drei weiteren kurzen Leisten (ein Meter) gesetzt werden.

Sind alle Maße genau eingehalten, gibt es nun diese Abstände der drei Leisten:

  • Abstand zu den Außenkanten = 45 cm
  • Abstände in der Mitte des Rahmens = 48,5 cm

Um dem Tisch die später gewünschte Stabilität zu geben, die bei einem flotten Billardspiel nötig ist, sollten Metallwinkel in den Ecken festgeschraubt werden. Der erste Montageschritt endet mit dem Einbau der vier Tischbeine in die Ecken des Gestells.

Montageschritt Zwei: Tischplatte bauen und Verbindung zur Unterkonstruktion herstellen

In die Tischplatte werden mit der Lochkreissäge oder Stichsäge sechs Löcher von 10 cm Durchmesser gesägt. Hierdurch fallen später die Billardkugeln. Die Anordnung der Löcher ist so korrekt nach den Regeln des Billardspiels:

  • Zwei Löcher genau mittig am Rand der langen Tischkanten
  • Vier Löcher in jede Ecke mit 4 cm Abstand vom Rand

Nach dem Sägen werden die Sägeränder mit Schleifpapier geglättet. Günstig für die meisten Holzarten ist nun ein Streichen mit Lack von beiden Seiten. Dieser Lack schützt die Oberfläche später vor mechanischen Nachteilen und Feuchtigkeit. Nach dem gründlichen Abtrocknen der lackierten Flächen wird Sprühkleber auf der kompletten Fläche der Tischplatte verteilt. Nun kann der zugeschnittene, grüne Filzstoff faltenfrei ausgelegt werden. An den Löchern für die Billardkugeln ist dies etwas knifflig. Dünne Streifen des Filzstoffs werden hier einzeln und ebenfalls faltenfrei eingeklebt. Der zweite Montageschritt endet mit dem Verbinden von Tischplatte und Unterkonstruktion. Beim Montieren soll die Tischplatte stirnseitig um 24 cm und seitlich um 15,4 cm auf der Unterkonstruktion überstehen.

Montageschritt Drei: Aufbau und Befestigung von Banden- und Rahmenleisten

Bis jetzt ist die selbstgebaute Konstruktion ein Tisch, durch den Kugeln fallen können. Aber zum Billardtisch gehören noch weitere Feinheiten. Daher muss dieser dritte Montageschritt in drei Etappen ausgeführt werden. Durch das Vorgehen in der genau beschriebenen Reihenfolge entsteht nach und nach technisch und optisch ein solider Billardtisch, der mit fertigen Profitischen gut mithalten kann.

Erste Etappe: Rahmenleisten zuschneiden und befestigen

Nun werden die kurzen und langen Rahmenleisten flach auf der Tischplatte platziert. Durch die bereits ausgesägten Löcher werden aus Richtung Unterseite die Konturen mit einer Anreißnadel oder einem Bleistift auf die entsprechende Leistenposition übertragen. Diese Konturen werden mit Lochkreissäge oder Stichsäge sauber ausgeschnitten und die entsprechenden Schnittränder mit Schleifpapier geglättet. Im letzten Schritt werden die zugeschnittenen Rahmenleisten bündig auf Abschluss mit der Tischplatte mit Schraubendreher oder Akkuschrauber festgeschraubt.

Zweite Etappe: Bandenleisten anbringen

Die Zuschnitte werden wie vorher die Rahmenleisten an der späteren Befestigungsstelle auf die Tischplatte gelegt, die Lochkonturen gekennzeichnet und mit den Sägevarianten sauber zugeschnitten. Nach dem Ebnen der Schnittränder kann das Verschrauben erfolgen. Bei richtiger Abfolge und exakter Arbeit bis hierher sitzen die Bandenleisten vor den Rahmenleisten.

Dritte Etappe: Bandenspiegel montieren

Auf dem Bandenspiegel liegen beim Billardspielen Arme und Hände auf. Damit er zur bequemen Auflage am Tisch wird, müssen zunächst die kurzen und langen Leisten auf Gehrung geschnitten werden. Beim Montieren liegt der Bandenspiegel auf den Rahmenleisten auf. Bei sorgfältiger Ausführung schließt er bündig mit den Bandenleisten an der Vorderkante ab.

Montageschritt Vier: Das spielsichere Finish mit Kugelfangtaschen und Seitenverkleidung

In allen Löchern des Billardtisches können bei diesem Montageschritt nun die Fangnetze für die Billardkugeln befestigt werden. Für die spätere Funktionalität genügt es dabei, einfache Netze mit Haken zu ergänzen und an diesen in die Löcher einzuhängen. Alternativ gibt es fertige Kugelfangnetze mit Befestigungsmöglichkeit zu kaufen. Den letzten Schliff für Strapazierfähigkeit und schönes Aussehen stellen die Seitenverkleidungen dar. Wer mag, kann nun schon losspielen. Möglich sind aber über der vorhandenen Lackierung weitere Anstriche, um den selbstgebauten Billardtisch zum echten Eigenbau-Unikat zu gestalten. Beliebt sind auch sportliche Aufkleber für die Seitenverkleidung.

Fazit:

Billardspielen scheitert häufig an den Kosten für einen fertigen Billardtisch. Heimwerker müssen sich für einen Eigenbau etwas Zeit nehmen. Aber mit dem richtigen Werkzeug, Sorgfalt und Geduld ist der ersehnte Tisch im Hobbyzimmer oder Partykeller für viele erfreuliche Gebrauchsjahre ein solider Begleiter. Dabei sind die Einzelteile für den Eigenbau erheblich preisgünstiger bei gleich guter Haltbarkeit. Nun müssen nur noch die Regeln beachtet und ein Satz Billardzubehör gekauft werden, und schon kann der gesellige Sport beginnen.

 

Bildquelle: Michael Eichhammer / www.fotolia.de