Mit den ersten warmen Frühlingstagen zieht es die meisten Menschen fast magisch nach draußen. Was könnte auch schöner sein, als Sonne zu tanken, frische Luft zu atmen und die erwachende Natur zu beobachten? Natürlich eignet sich der eigene Garten besonders für dieses Freiluftvergnügen, sofern er entsprechend gepflegt ist. Pflanzen können den Garten zum Privatparadies machen, erfordern aber auch eine ausreichende Bewässerung. Je nach Größe des Gartens kann dies viel Zeit und Arbeit bedeuten - muss es aber nicht zwangsläufig. Welche Alternativen gibt es zum klassischen Gießkannenprinzip?

Meist naheliegend: Der Gartenschlauch

Wer keine Lust hat, stundenlang mit schweren Gießkannen über das Grundstück zu laufen, hat mit Sicherheit schon des Öfteren an den Schlauch gedacht. Besonders mit entsprechendem Schlauchanschluss im Garten erscheint diese Art der Bewässerung als so schnelle wie bequeme Lösung: Ist der Schlauch lang genug, wird wirklich auch der hinterste Winkel des Geländes erreicht und mit Wasser versorgt. Etwas zweifelhaft ist die Schlauchbewässerung trotzdem, denn während einige Pflanzen beinahe ertränkt werden, werden andere schlicht übersehen. Spezielle Schlauchaufsätze helfen zwar bei der Regulierung des Wasserstrahls, aber, Hobbygärtner wissen es bereits: Fast immer tropft es irgendwo heraus. Wer das Gießen der Pflanzen mit einer zünftigen Wasserschlacht verbinden möchte, trifft mit dem Wasserschlauch eine wirklich gute Entscheidung. Besonders wirtschaftlich und gründlich ist die Schlauchmethode allerdings nur selten.

Fast schon ein Klassiker: Die Sprühanlage bzw. der Rasensprenger

Auf großen Rasenflächen sieht man sie schon seit vielen Jahren immer wieder: Rasensprenger, die an einer möglichst zentralen Stelle platziert werden. Verbunden mit einem Schlauch versprühen sie das Wasser in einem Radius von 360°. Ob die Anschaffung eines Rasensprengers sinnvoll ist, hängt natürlich sehr von Größe und Beschaffenheit des Gartens ab. Wer hier seinen privaten Fußballplatz angelegt hat, ist mit dieser Art der Bewässerung sehr gut bedient. Bei einer breiten Auswahl unterschiedlichster Bäume, Sträucher, Grün- und Blühpflanzen ist davon allerdings abzuraten, da jedes Gewächs ganz individuell gegossen werden möchte. Übrigens: Wenn die Wäsche der Nachbarn partout nicht trocken wird, steht der RasenspRasen wssernrenger wahrscheinlich zu dicht am Grundstücksrand.

Für Technikfreaks und Tüftler: Die zentrale Tröpfchenbewässerung

Dieses System erfordert nicht nur technisches Verständnis, sondern auch handwerkliches Geschick - obwohl es im Gartencenter als kompletter Baukasten angeboten wird. Im Gegensatz zum herkömmlichen Wasserschlauch, mit dem man durch den Garten spaziert, um nach und nach die einzelnen Pflanzen zu bewässern, wird hier ein Schlauchsystem dauerhaft verlegt: Eine Leitung verbleibt permanent am Wasseranschluss. Von dieser zweigen andere Schläuche ab, die in jeden Winkel des Gartens führen. An allen wesentlichen Stellen werden spezielle Düsen installiert, von denen die jeweiligen Pflanzen mit einer exakt eingestellten Menge Wasser versorgt werden. Natürlich ist eine solche Bewässerung kein optisches Highlight, daher muss man schon zur Schaufel greifen, um die Schläuche unter der Erdoberfläche zu vergraben. Das bedeutet einen großen, aber nur einmaligen Aufwand und ist später so bequem wie kein anderes System. Die Steuerung erfolgt zentral, meist mittels Zeitschaltuhr. Besonders moderne Anlagen verfügen aber auch über einen Temperatur- und Regensensor oder lassen sich sogar via Smartphone regulieren. So ist eine optimale Bewässerung des Gartens auch vom spanischen Urlaubsstrand aus möglich. Ein Manko dieser Bewässerung ist allerdings die mangelnde Flexibilität: Zwar lässt sich das Schlauchsystem immer wieder erweitern, doch müssen dafür Schläuche und Adapter gekauft, mühsam verlegt und angeschlossen werden. Die spontane Umgestaltung des Gartens ist damit also quasi unmöglich.

Wer es etwas weniger futuristisch, dafür aber flexibler mag, kann eine zentrale Tröpfchenbewässerung auch mit recht einfachen Mitteln selbst herstellen. Für die Versorgung des ganzen Gartens ist sie zwar nicht geeignet, ein halbes Dutzend nah beieinanderstehende Pflanzen lassen sich damit aber sehr gut versorgen. Der Boden eines Plastikeimers wird mehrmals angebohrt mit einerm Akkuschrauber oder der Bohrmaschine, um an diesen Stellen jeweils einen Schlauch anbringen zu können. Spezielle Anschlüsse aus dem Fachhandel sorgen für die Abdichtung ringsherum. Dieser Eimer wird nun oberhalb der zu gießenden Pflanzen aufgehängt und die Schläuche dicht an die jeweiligen Gewächse geführt. Die unteren Enden der Schläuche werden in spezielle Terrakottakugeln gesteckt, die ebenfalls im Gartencenter oder in der Töpferei erhältlich sind. Wird der Eimer nun mit Wasser gefüllt, fließt dieses über die Schläuche zu den Pflanzen. Die Terrakottakugeln geben immer nur so viel Wasser an die Pflanze ab, wie benötigt wird - es kommt also ganz sicher zu keiner Überschwemmung. Ideal ist es, wenn der Eimer mit einem passenden Deckel versehen wird. So bleibt das Wasser frei von Insektenlarven oder Schmutz, der die Schläuche verstopfen könnte. Damit das Prinzip funktioniert, sind allerdings ein paar kleine Luftlöcher notwendig. Wie oft der Eimer mit Wasser befüllt werden muss, ist natürlich abhängig von der Witterung, der Anzahl der Schläuche sowie der Art und Größe der Pflanzen. Mit etwas Fantasie kann diese Bewässerungsanlage übrigens so verkleidet werden, dass sie zum dekorativen Blickfang wird. In vielen Baumärkten gibt es hölzerne Deko- oder Übertöpfe, in denen der Plastikeimer komplett verschwindet. Generell ist es kein Problem, wenn das Holz auch mal nass wird, es darf nur keine Staunässe im Übertopf entstehen.

Ganz einfach und gut: Die dezentrale Tröpfchenbewässerung

Die erwähnten Terrakottakugeln, die manchmal auch in anderen Formen erhältlich sind, lassen sich natürlich auch ohne Schlauchanschluss betreiben. Dabei ist es zwar weiterhin notwendig, mit der Gießkanne durch den Garten zu laufen. Es werden allerdings nicht die Pflanzen begossen, sondern nur die Kugeln befüllt. Die Pflanzen werden daraus, ganz ohne weitereBewsserung einer Rasen Neuansaats menschliches Zutun, kontinuierlich bewässert. Auch wer generell auf herkömmliche Weise gießt, kann seine Lieblingspflanzen mit dieser einfachen Idee auch mal ein langes Wochenende alleine lassen. Nach einem ähnlichen Prinzip funktionieren auch Bewässerungskegel, die auf eine Flasche geschraubt werden. Anschließend wird die Flasche kopfüber in den Pflanzkübel bzw. in das Erdreich neben der Pflanze gesteckt. Wer die Bewässerungskegel online bestellen will, sollte bedenken, dass sie über ein passendes Schraubgewinde verfügen müssen - und international gibt es viele unterschiedliche Flaschenformate. Bei einem deutschen Anbieter ist die Wahrscheinlichkeit also am größten, dass wirklich alles zusammenpasst. Übrigens: Auch in deutschen Getränkemärkten gibt es Flaschen in den verschiedensten Qualitäten und Designs. Wer auf eine schöne und langlebige Bewässerung setzt, kann beim nächsten Getränkekauf vielleicht auch mal anders entscheiden als üblich.

Bewässerung durch porösen Perlschlauch

Im ersten Moment scheint es fast unsinnig zu klingen: Wer würde schon einen undichten Wasserschlauch kaufen? Tatsächlich ist ein Perl- oder Tropfschlauch eine pfiffige und äußerst wirtschaftliche Methode der Gartenbewässerung. Anstatt das komplette Wasser zu einer Düse am Schlauchende zu transportieren, verliert der Perlschlauch auf seiner gesamten Länge tröpfchenweise Flüssigkeit. So kann er auch größere Bereiche des Gartens gleichmäßig und gleichzeitig mit Wasser versorgen. Wenn der Gemüsegarten aus langen Reihen identischer Pflanzen besteht, ist der Tropfschlauch die perfekte Art der Bewässerung. Er muss allerdings stets offenliegen und darf nicht vergraben werden, damit seine Poren nicht verstopfen. Das macht ihn für den Ziergarten weniger interessant.

Übrigens: Wer einen Garten hat, der hat auch Regenwasser

Leitungswasser kostet viel Geld und sollte daher nur im Notfall zum Gießen des Gartens genutzt werden. Nach wochenlanger Trockenheit im Hochsommer kann das Trinkwasser auch für die Pflanzen ein Segen sein, meist ist aber ausreichend Regenwasser vorhanden. Freilich macht es einen großen Unterschied, ob es sich beim Garten um ein zimmergroßes Freigelände handelt oder um ein Anwesen, dass es in seiner Größe mit dem Stadtpark aufnehmen kann. Dennoch: wenn es regnet, dann überall. In kleinen Gärten kann das Wasser in einer Regentonne gesammelt werden, bei größeren Grundstücken lohnt sich möglicherweise sogar der Einbau einer Zisterne. Dies hängt natürlich auch von der Größe aller Dachflächen ab, die über den Garten entwässern. In jedem Fall kann das gesammelte Regenwasser zur Bewässerung des Gartens genutzt werden. Die meisten Regentonnen bzw. Wasserbehälter verfügen über einen Hahn, aus dem das Wasser gezapft wird - manchmal ist hier sogar ein Schlauchanschluss möglich. Eine Alternative ist eine Tauchpumpe, die allerdings auch einen Stromanschluss in der Nähe erfordert. Grundsätzlich sollte der Deckel der Regentonne aber nur während der Bewässerung geöffnet werden, da hier andernfalls eine Brutstätte für unzählige Insekten entsteht. Wie es zum Beispiel gehen kann, erklärt folgendes Video:

 

Bildquelle:

Marco2811 / www.fotolia.de

SusaZoom / www.fotolia.de