Wie jedes Jahr im Herbst macht sich eine ganze Anzahl verschiedener Vogelarten auf den Zug in den Süden, um dort in wärmeren Gefilden zu überwintern. Aber nicht alle Vögel wandern aus und auch von den Zugvögeln bleiben inzwischen einige Tiere selbst zur Winterzeit in Deutschland, eines der Zeichen einer Klimaveränderung. Doch obwohl die Winter in den letzten Jahren spürbar wärmer wurden, bestehen nach wie vor Frostperioden mit Eis und Schnee, die durchaus mehrere Tage oder mehrere Wochen anhalten können.

In dieser Zeit haben es gerade Vögel schwer, sich Futter zu beschaffen, denn in unseren Städten und Gemeinden finden sich nur wenige Pflanzenarten, die den Tieren auch im Winter Nahrung bieten. Ebenso stellt sich für heimkehrende und dagebliebene Vögel im Frühling die Problematik, einen passenden Nistplatz zu finden. In einer durchgeplanten Agrarlandschaft finden sich immer weniger Hecken und Sträucher auf freier Flur, die zum Nestbau geeignet wären und auch landwirtschaftliche Gebäude, in deren Dachstühlen die Vögel gerne nisten, werden immer seltener.

Ein Zuhause für wilde Vögel

Ein Vogelhaus oder einen Nistkasten selber zu bauen ist nicht schwer und benötigt keineswegs den hoch ambitionierten Heimwerker, abBirdhouseer Freude am Umgang mit Holz sollte schon vorhanden sein. Auch die dazu benötigten Werkzeuge füllen nicht etwa eine ganze Schreinerwerkstatt und sind oft schon, zumindest teilweise, im Haushalt vorhanden. Ein Vogelfutterhaus oder ein Vogelhäuschen im eigenen Garten ist nicht nur eine wertvolle Hilfe für Vögel während der kalten Jahreszeit. Ein Vogelhaus besitzt durchaus auch einen recht großen Unterhaltungswert, wenn es im Garten so positioniert ist, das es vom Fenster aus zu beobachten ist. Die Vögel gewöhnen sich recht schnell an die Umgebung und lassen sich nach kurzer Zeit von einem Beobachter hinterm Fenster kaum stören. Nistkästen hingegen benötigen bei der Befestigung im eigenen Garten etwas mehr Abstand und Diskretion, da die Tiere bei zu viel Umtrieb ihr Brutgeschäft nicht aufnehmen. Nistkästen finden sich übrigens auch in Waldgebieten, wo sie durch Förster und Vogelschützer an Bäumen befestigt werden, um so den Tieren einen Nistplatz zu bieten.

Einen Nistkasten selber basteln

Ein Nistkasten sollte wie auch ein Vogelhäuschen aus Vollholz bestehen. Sperrholz oder andere verleimte Hölzer genauso wie Pressspanplatten sind nicht ausreichend Wetterfest und können zudem unter Umständen noch Stoffe aus der Fertigung ausgasen. Ideal zum Basteln eines Nistkastens ist ungehobeltes Eichen-, Tannen-, Lärchen- oder Robinienholz genauso wie Kiefern- oder Fichtenbretter. Das Holz sollte eine Stärke von 2 cm aufweisen. Zur Herstellung des Nistkastens werden folgende Werkzeuge und Materialien benötigt:

Auf Holzleim sollte beim Bauen eines Nistkastens verzichtet werden und auch die Nägel werden nur zu einem bestimmten Zweck verwendet. Die Wände, der Boden und das Dach des Nistkastens werden verschraubt. Zuerst erfolgt mithilfe der Säge der Zuschnitt der Seitenwände, der vorderen Klappe, des Daches und des Bodens. Die Grundfläche des Kastens beträgt 140 x 140 mm. Das ist das erste Maß für den Boden. Das Dach erhält zum Schutz vor Schnee und Regen einen Überhang und misst 200 x 200 mm. Die beiden Seitenwände erhalten an der oberen Kante einen Diagonalschnitt, sodass der fertige Nistkasten ein Pultdach besitzt. Die Maße der zwei Seitenwände betragen 160 x 230 x 270 mm. Die Rückwand erhält die Maße 270 x 180 mm und die bewegliche, als Reinigungsklappe gestaltete Vorderseite wird auf 230 x 140 mm zugeschnitten. Nach dem Anzeichnen der Brettmaße und dem Zuschnitt erfolgt nun die Verschraubung, wobei mithilfe der Bohrmaschine und eines kleinen Holzbohrers an den Schraubpunkten eine Vorbohrung erfolgen sollte, um ein Reißen des Holzes zu vermeiden.

Zuerst werden die Seitenwände am Boden befestigt. Danach folgt die Anbringung der Rückwand. Bevor nun die Vorderseite eingesetzt wird, muss in diese noch das Anflugloch gebohrt werden, das die Tiere zum Ein- und Ausfliegen nutzen. Das Loch sollte einen Durchmesser von etwa 3,5 cm besitzen und sich im oberen Bereich befinden, etwa mit einem Abstand von 6 cm von der Oberkante der vorderen Klappe nach unten gemessen. Durch das hoch oben angesetzte Anflugloch wird es einerseits Fressfeinden erschwert, an die Brut oder das Gelege zu kommen und andrerseits richtet sich kalte Zugluft nicht direkt auf den Vogelnachwuchs. Nachdem der Eingang mit der Lochkreissäge ausgesägt wurde (dies kann auch mit einem größeren Holzbohrer erfolgen durch mehrere Bohrungen und der anschließenden Ausarbeitung mit einer Raspel), wird die VordeVogelhuschen im Gartenrseite eingesetzt. Von den Seitenwänden wird nun ebenfalls im oberen Bereich auf jeder Seite ein Nagel mit dem Hammer eingetrieben, der bis in die Vorderklappe hineinreicht. Diese beidseitigen Nägel dienen als Scharnier, sodass der Nistkasten von vorne geöffnet und gereinigt werden kann. Mit dem Aufsetzen und Verschrauben des Daches, das nach hinten bündig abschließt und nach vorne übersteht, ist der eigene Nistkasten fast fertig. Nun fehlt nur noch eine vertikal angebrachte Leiste an der Rückseite, die oben und unten etwa 10 cm übersteht, also eine ungefähre Länge von 50 cm besitzt. Diese Leiste dient dazu, den Nistkasten an einem Baum zu befestigen. Das Holz des Nistkastens sollte unbehandelt bleiben oder höchstens mit Öl oder wasserlöslichen Farben oder Lacken behandelt werden.

Das Vogelfutterhaus

Bei der Eigenanfertigung eines Vogelhäuschens kann die Frage aufkommen, für welche Vogelarten das Vogelhaus geeignet sein soll. In der Tierwelt besteht an Futterplätzen immer ein Verdrängungswettbewerb, wobei wie so oft der Stärkere gewinnt. So sind etwa Stare und Tauben meist die Herren im Vogelhaus, wenn Ihnen Gelegenheit gegeben wird. Spatzen und Meisen als die viel kleineren Vogelarten haben das Nachsehen. Abhilfe kann dadurch geschaffen werden, das die Architektur des Vogelhauses so gestaltet ist, dass der Anflug nur kleineren Tieren ermöglicht wird. Etwa durch weit vorgezogene Dachüberhänge und schmal gehaltene Futterluken. Wer es jedem Vogel recht machen will, dem wird nichts anderes übrig bleiben, als Zweigeschossig zu bauen. Beispielsweise ein auf einem eigenen Holzständer stehendes Vogelhaus mit einer unteren Plattform für größere Vogelarten und einem darüber befindlichen Vogelhaus für die kleineren Zwitscher. Nachfolgend nun die Bauanleitung zu einem Vogelhäuschen für fast alle geflügelten Überwinterer, die sich in einem Garten einfinden können. Wie beim Nistkasten wird auch beim Vogelhaus auf Holzleim verzichtet. Außerdem werden überwiegend Schrauben verwendet. Ebenso sollte hier Vollholz eingesetzt werden, etwa Kiefer, Fichte oder Tanne, diesmal jedoch weniger stark. Holzplatten mit 12 mm Dicke genügen. Welche Werkzeuge werden benötigt:

  • 1. Stichsäge
  • 2. Handkreissäge oder
  • 3. Bandsäge oder
  • 4. Tischkreissäge
  • 5. Bohrmaschine mit Holzbohrer
  • 6. Schraubendreher oder
  • 7. Akkuschrauber
  • 8. Anschlagwinkel
  • 9. Hammer
  • 10. Lineal oder Metermaß
  • 11. Bleistift
  • 12. Holz- oder Spanplattenschrauben
  • 13. Nägel
  • 14. Schleifpapier 180er
  • 15. Holz nach Wahl, etwa 2 qm2
  • 16. Blechstreifen

Nun noch eine Übersicht der verschiedenen Holzteile und deren Grundmaße:

  • Boden 320 x 300 mm, 1-mal
  • Front 250 x 300, 1-mal
  • Rückwand 250 x 300 1-mal
  • Seitenwände 176 x 180 mm, 2-mal
  • Dach 200 x 260 mm, 2-mal
  • Vierkantholz 248 x 40 x 40 mm, 1mal
  • Blechstreifen 260 x 80 mm

Unser Vogelhaus besitzt ein klassisches Satteldach sowie einen Vorhof und einen Rundbogeneingang. Zuerst wird das vorgeschnittene Holzteil bearbeitet, das für die Front verwendet wird. Hier erfolgen der Ausschnitt des Rundbogeneingangs sowie der Zuschnitt der Diagonale und die Aussparung am First für das Vierkantholz. Der diagonale Winkelschnitt erfolgt so, dass die Front an der beidseitigen Traufe eine Höhe von 18 cm und am First eine Höhe von 25 cm besitzt. Der Rundbogenausschnitt sollte groß genug gewählt werden, das mit der Hand hineingelangt werden kann, um Futter auszustreuen oder das Vogelhaus zu reinigen. Auch an der Rückwand erfolgen nun der Winkelschnitt sowie die Aussparung am First für das Vierkantholz. Nun wird zuerst die Rückwand bündig an der hinteren Kante auf den Boden aufgesetzt und von unten durch den Boden mit diesem verschraubt, auch hier macht sich eine Vorbohrung mit einem kleinen Holzbohrer bezahlt. Nun wird eine der Seitenwände angesetzt und in gleicher Weise verschraubt. Ihr folgt die zweite Seitenwand sowie die Front mit dem Rundbogeneingang. Nun sind alle vier Wände des Vogelhäuschens mit der Bodenplatte fest verbunden.

Im nächsten Schritt wird der Firstbalken gesetzt. Dabei handelt es sich um das Vierkantholz, das in die Aussparungen der Front- und Rückseite passt. Das Vierkantholz muss nicht extra verschraubt werden. Jetzt könnte schon Richtfest gefeiert werden. Zum Abschluss werden die beiden Dachschrägen gesetzt, die jedoch zuvor an ihrer oberen, der Firstkante, einen Schrägschnitt erhalten, damit beim Zusammenfügen der Dachschrägen kein Spalt entsteht. Der letzte Schritt ist das Aufbringen des Blechstreifens auf dem Dachfirst, um das Eindringen von Feuchtigkeit zu verhindern. Das Blech wird entsprechend gebogen und an seinen vier Ecken mit kleinen Nägeln am Dach befestigt. Bleibt noch die Befestigung im Garten. Während der Nistkasten in etwa 2 bis 3 m Höhe an einem Baum möglichst auf der Südseite zu befestigen ist, kann das Vogelfutterhäuschen sowohl an einem Baum hängen oder einen eigenen Pfahl besitzen und selbst die Unterbringung des Vogelhäuschens auf der Fensterbank, hält die Vögel im Winter nicht davon ab, die dort ausliegenden Leckerbissen zu genießen.

Wie der Bau eines solchen Häuschens auch gelingen kann, zeigt Euch folgende Videoanleitung:

 

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