Ein selbst gebauter Esstisch kann der Stolz der gesamten Wohnungseinrichtung sein. Eines vorweg: Einen massiven Holztisch selbst zu bauen, ist kein Kinderspiel. Mit zwei gesunden Händen und etwas heimwerkerischem Geschick kann das Problem aber leicht gelöst werden. Das Ziel sollte es sein, einen Tisch zu bauen, der nicht selbstgebaut aussieht. Dazu benötigt der Heimwerker das richtige Werkzeug und einige Stunden Bauzeit. Der positive Nebeneffekt: Ein selbstgemachter Esstisch ist billiger als ein gekaufter Tisch. In diesem Ratgeber zeigen wir Ihnen, wie Sie Schritt für Schritt einen schönen Esstisch anfertigen können.

Als Material nehmen wir Massivholzplatten aus Nussbaumholz, weil diese eine besonders schöne Maserung besitzen und äußerst robust sind. Letzteres kommt gerade denjenigen Familien zugute, die Kinder haben. Nussbaumholz ist zudem relativ hart, wodurch sich der Esstisch nicht so schnell abnutzt und verkratzt. Die Leimholzplatten sollten eine Dicke von 36 Millimetern haben und sind beim Schreiner oder im Holzfachhandel erhältlich.

Benötigte Materialien:

  • 1 Tischplatte, Nussbaumholz, 180 x 90 x 3,6 cm (L x B x H)
  • 4 Tischbeine, Nussbaumholz, 72,4 x 7,2 x 7,2 cm (L x B x H)
  • 2 Tischzargen (längs), Nussbaumholz, 125,6 x 7 x 3,6 cm (L x B x H)
  • 2 Tischzargen (quer), Nussbaumholz, 45,6 x 7 x 3,6 cm (L x B x H)
  • 8 Klötze zur Befestigung, Nussbaumholz, 7 x 3,6 x 2,8 cm (L x B x H)
  • 1 großes Brett als Schablone, Sperrholz, 78 x 25 x 1,8 cm (L x B x H)
  • 1 kleines Brett als Schablone, Sperrholz, 78 x 5,4 x 1,8 cm (L x B x H)

Erforderliches Werkzeug und Maschinen:

  • Handkreissäge mit aufgesetzter Führungsschiene
  • Exzenterschleifer
  • Akkuschraubendreher
  • Oberfräse
  • Dominofräse
  • Schraubzwingen
  • Hammer
  • Schleifpapier der Körnung 80/100
  • Schleifvlies der Körnung A 280
  • Schleifklotz
  • Leimspachtel
  • Holzleim
  • Tauchsäge
  • Holzöl
  • Leinentuch
  • Spax Schrauben 4 x 50
  • Domino Dübel 10 x 15

Arbeitsschritt 1: Zuschneiden und verleimen

Zunächst müssen Tischplatte und Zargen in Form gebracht werden. Schneiden Sie diese auf die oben angegebenen Maße zu. Werden die Tischbeine aus jeweils mehr als einem Kantholz hergestellt, müssen die Teile miteinander bündig verleimt werden, damit der Tisch später gerade und stabil steht. Beim Verleimen der Kanthölzer empfiehlt es sich, die Tischbeine in Schraubzwingen einzuspannen, damit sie nicht verrutschen können. Mit einer Leimspachtel wird Holzleim auf das Ende eines Kantholzes aufgetragen und dann mit dem zweiten Kantholz zusammengepresst. Herausquellender Leim kann vom Heimwerker später mit einem Stemmeisen beseitigt werden. Benutzen Sie lediglich ein Stück Kantholz pro Tischbein, ist kein Leimen erforderlich – dieser Schritt entfällt dann. Schleifen Sie die Tischbeine mit einem Exzenterschleifer bündig oder hobeln sie diese ab. Alternativ kann auch eine Bandschleifmaschine verwendet werden. Die Tischbeine müssen jetzt mit einer beliebigen Säge auf die passende Länge gekürzt werden. Nun sollen die Tischbeine schräg angeschnitten werden, weshalb eine Schablone dining areaerforderlich ist. Dazu brauchen Sie zwei Sperrholzstreifen, die parallel geschnitten sind. Die Schräge wird nun auf einem Tischbein angezeichnet. Der breite Streifen aus Sperrholz wird mit seiner Längskante an dieser Linie festgespannt.

Die Kontur des Tischbeins muss nun unter der Platte angezeichnet werden, danach wird mit der Tauchsäge am Strich ein Ausschnitt aus der Holzplatte ausgeschnitten. Die zweite Leiste wird nun oben auf das Brett geschraubt, damit sie die Dicke des Tischbeins unter der Schiene ausgleicht. So wird gewährleistet, dass sich die Schiene beim Schneiden nicht durchbiegt. Die Schablone wird mit Schraubzwingen parallel zur Außenkante auf dem Tisch eingespannt. Die Position dieser Schablone muss nun mit einem Bleistift auf dem Tisch markiert werden. Ein Tischbein wird zum Zuschneiden an der Kante der angefertigten Schablone angelegt. Jetzt klappen Sie die Schiene nach unten und spannen in die Tauchsäge ein Sägeblatt mit 12 Zähnen (16 cm Durchmesser) ein. Die erste Kante wird von einer Seite her eingesägt, dann wird das Bein um 90° gedreht und die zweite Kante eingeschnitten. Sind alle Beine eingeschnitten worden, müssen Sie die Schablone auf dem Tisch um genau 180° drehen.

Die Leiste, welche auf der Schablone festgespannt ist, wird auf die andere Seite verbracht. Jetzt wird die Schablone wieder am Tisch festgemacht und ein Tischbein eingelegt. Sie werden merken, dass nach dem ersten Schnitt ein Keil entsteht. Dieser muss danach unter die Schiene geschoben werden, weil sich diese ansonsten durchbiegt. Wurden alle Kanten an den Beinen gesägt, sollten die Schnittflächen poliert und geschliffen werden. Dazu verwenden Sie einen Exzenter- oder Bandschleifer mit Körnung P80.

Arbeitsschritt 2: Dübellöcher fräsen

Um Beine und Zargen miteinander zu verbinden, werden Domino Dübel der Größe 10 x 50 benötigt. Die Dominofräse wird auf 25 Millimeter eingestellt. Jetzt wird die Klappe in die waagrechte Position gebracht, außerdem muss die Höhe auf die Hälfte der Materialdicke eingestellt werden. Damit in die 7 Zentimeter breite Zarge zwei Dübel eingesteckt werden können, müssen beide weit an der Kante gefräst werden. Dazu positionieren Sie die Dominofräse so, dass die Mittelmarkierung 1,5 Zentimeter von der Zargenoberkante entfernt ist. Jetzt wird das erste Loch gefräst, wobei eine schmale Breiteneinstellung gewählt werden sollte. Das zweite Loch entsteht dadurch, dass der Führungszapfen im ersten Loch bis zur Kante geschoben wird – dann kann gefräst werden.

Arbeitsschritt 3: Tischbeine bearbeiten und fräsen Jetzt müssen Löcher in die Tischbeine gefräst werden. Dazu stellen Sie die Klappe 10 Millimeter höher, so dass die Zargen nicht mehr bündig an der Beinaußenkante sitzen, sondern um 1 Zentimeter nach innen rutschen. Nun werden 1,5 Zentimeter von der Oberkante gefräst, anschließend geht es mit dem selben Abstand über die Anschlagzapfen. simple table Die Tischplatte kann nicht direkt mit dem Untergestell verschraubt werden. Der Grund dafür ist, dass Massivholz in Quer- und Längsrichtung unterschiedlich wirkt. Dadurch kann es zu Spannungsrissen kommen, welche nur vermieden werden können, wenn die Tischplatte mit Hilfe von Holzklötzen an das Untergestell geklemmt werden. In die Zargen werden dafür Dominolöcher mit Durchmesser 1 Zentimeter und maximaler Breiteneinstellung gefräst, die Höhe der Klappe beträgt 3,2 Zentimeter. Um angenehm fräsen zu können, werden die Zargen senkrecht auf dem Tisch festgemacht. Die Dominofräse wird von oben aufgesetzt, wobei die Frästiefe bei 2,5 Zentimetern bleibt. Zargen und Beine werden mit einem Exzenterschleifer geglättet, anschließend mit Schleifpapier der Körnung P 180 poliert.

Arbeitsschritt 4: Tischplatte bearbeiten

Die Befestigungsklötze für die Tischplatte werden aus den Reststücken der Zargen gefertigt. Dazu wird ein Falz in das Brett geschnitten und zwar genau an beiden Enden der Reststücke im rechten Winkel zur Faserrichtung. Die Klötze werden nun auf das oben angegebene Maß abgeschnitten, danach werden Löcher mit Durchmesser 4,5 Millimeter in die Klötze gebohrt, damit die Befestigungsschrauben angebracht werden können. Unterkante der Tischplatte und Außenecken der Beine werden mit einer Rundung von 2,5 Zentimetern versehen. Alle weiteren Kanten werden mit einer Rundung von 0,4 Zentimetern gefräst. Die beiden kurzen Seiten des Untergestells werden miteinander verleimt, verwenden Sie dazu handelsüblichen Holzleim. Der Leim wird in die Dominolöcher der Zargen gegeben, anschließend werden mit einem Hammer die Domino Dübel in die Löcher eingeschlagen. Jetzt wird Holzleim in die Löcher der ersten beiden Beine gegeben, anschließend müssen diese fest mit der Tischplatte verspannt werden (Zwingen verwenden). Danach wird die Prozedur mit den beiden anderen Beinen wiederholt. Das Untergestell ist jetzt vollständig mit der Tischplatte verspannt. Während des Trocknungsprozesses können die Fläche und Profile der Platte mit einem Handschleifklotz und/oder einem Exzenterschleifer bearbeitet werden. Die Platte wird danach mit Schleifpapier der Körnung P 180 poliert.

Arbeitsschritt 5: Ölen und verschrauben

Jetzt wird Öl auf ein Leinentuch gegeben und satt aufgetragen. Mit einem Exzenterschleifer und Vlies der Körnung A 280 wird das Öl großflächig in das Holz eingeschiffen. Dadurch werden die Holzfasern entfernt, die sich andernfalls aufstellen und den Tisch spröde machen würden. Entfernen Sie schließlich das überschüssige Öl und den Staub. Anschließend noch einmal mit einem Lappen nachölen und gut auslüften lassen. Tischplatte und Gestell werden jetzt miteinander verbunden, indem die Klötze in die ausgefrästen Schlitze gesteckt werden. Verwenden Sie Spax Schrauben der Größe 4 x 50, um die Platte satt anzuziehen.

Zusammenfassung

Insgesamt ist mit einigen Stunden handwerklicher Arbeit zu rechnen, allerdings kann der Heimwerker seiner Familie abends das Essen mit breiter Brust und einer gehörigen Portion Stolz auf dem neuen Tisch servieren. Alle Holzteile sind relativ günstig beim Schreiner oder im Baumarkt zu beziehen, das Werkzeug kann einmalig angeschafft und immer wieder verwendet werden, weil die Geräte meist eine Lebensdauer von mehreren Jahren haben und immer wieder zum Einsatz kommen, beispielsweise bei Reparaturarbeiten. Ein Beispiel, wie der Bau eines eigenen Esstischs aussehen kann, zeigen wir Euch noch mit folgendem Video:

 

Bildquelle:

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