Die Heimwerker unter uns kennen das Problem: im Laufe der Zeit sammeln sich in Bastelkellern und Schränken Unmengen an altem Werkzeug an. Schraubendreher, Sägen, Akkubohrer – vieles von dem, was man einst als absolut wichtig angeschafft hat, verstaubt und verrostet ungenutzt vor sich hin. Doch altes Werkzeug muss nicht unbedingt zum alten Eisen gehören! Wir haben Ihnen die besten Upcycling-Tipps und Möglichkeiten, das alte Werkzeug zu Geld zu machen, in den folgenden Zeilen gesammelt. Viel Spaß beim Lesen!

Alte Schraubendreher und anderer „Kleinkram“

In fast jedem Haushalt, nicht nur bei enthusiastischen Heimwerkern, finden sich wesentlich mehr Schraubendreher als man in einem Leben gebrauchen kann. Billige Schraubendreher, die in feuchten Kellern gelagert werden, rosten leider relativ schnell und können bestenfalls noch dem Schrottsammler mitgegeben werden. Bei Schraubendrehern mit rostfreier Beschichtung lohnt sich eine gründliche Aufräumaktion. Als Faustregel sollte gelten: Fünf Schlitzschraubendreher und fünf Kreuzschraubendreher reichen für die allermeisten gängigen Anwendungszwecke. Überzähliges Werkzeug können Sie gut und einfach auf den gängigen Auktionsplattformen im Internet zu Geld machen. Werkzeug hat kein Mindesthaltbarkeitsdatum, daher haben Sie ganz gute Karten, auch Opas alte Schraubendreher noch für einige Euro loszuwerden. Gleiches gilt für Zangen und Co.

Alte Sägen

Wer einen Garten sein Eigen nennt, besitzt garantiert auch die ein oder andere Handsäge. Leider neigen Sägeblätter dazu, im Laufe der Zeit stumpf zu werden oder verlieren bei übermäßigem Gebrauch Zähne. Hochwertige Sägen müssen Sie nicht entsorgen, wenn sie stumpf geworden sind. Spezialisierte Unternehmen bieten ein Nachschärfen an. Bei Sägen mit austauschbaren Sägeblättern können Sie im Baumarkt nach Ersatz suchen – die Größen der einzelnen Sägeblätter sind in der Regel genormt, so dass ein Ersatzblatt nicht schwer zu finden sein sollte. Mit etwas Geschick und dem passenden Werkzeug können Sie aus ausgedienten Sägeblättern praktische Unterlegscheiben stanzen oder schneiden. Tipp: Damit die Sägeblätter während der Lagerung keinen Rost ansetzen, benetzen Sie den blanken Stahl großzügig mit Öl. So vermeiden Sie Korrosion. Die Zähne können Sie für das Einlagern bis zum nächsten Gebrauch mit Wachsstreifen aus dem Bastelmarkt vor Stößen schützen.

Alte Akkuschrauber und Bohrmaschinen

Bei Maschinen mit wiederaufladbaren Batterien ist es wie mit alten Handys – zumeist macht als erstes der Akku schlapp. Sollte Ihr Gerät auffällig schnell an Leistung verlieren und kaum noch Drehmoment erzeugen, liegt es in den meisten Fällen an einem defekten Akku. Dieser lässt sich nur eine bestimmte Zeit lang verlustfrei aufladen, bevor er seinen Dienst quittiert. Bei Markengeräten lohnt sich daher immer der Kauf eines Ersatzakkus. Dies ist wesentlich günstiger als eine Neuanschaffung. Bei günstigen Geräten wird der Nachkauf eines Akkus schwieriger. Hier lohnt sich vor allem für Bastler ein Blick in das Innenleben des alten Schraubers oder der alten Bohrmaschine. Interessant sind die verwendeten Bohrfutter, der Motor und das Getriebe (sofern vorhanden). Da diese Bauteile eine recht lange Lebensdauer haben, können Sie ein zweites Leben außerhalb der Maschinen erlangen: Modellbauer freuen sich besonders über ausgediente Einzelteile von Werkzeugen. Spannen Sie das ausgediente Bohrfutter einer Bohrmaschine doch einfach in einen Schraubstock: So haben Sie die perfekte Aufnahme für zu bearbeitende Rundmaterialien. Alternativ können Sie auch mit einem Gewindeschneider an das Ende des Futters ein Gewinde setzen, dort einen Griff dran schrauben und mit wenig Aufwand haben Sie ein Universal-Werkzeug für die Aufnahme von Bohrern, Bits und Co.

Alte Bohrmaschinen und Schrauber mit Kabel

Bei kabelgebundenen Maschinen gilt ähnliches wie für batteriebetriebene Geräte: Bevor der Motor streikt, geht eher die Peripherie kaputt. In diesem Fall ist es das Stromkabel, was bei häufiger oder unsachgemäßer Nutzung brechen kann. Sie sehen von außen zwar ein völlig intaktes Kabel, im inneren sind die einzelnen Kupferlitzen jedoch nicht mehr miteinander verbunden. Das Resultat ist eine nicht mehr funktionsfähige Maschine. Überprüfen Sie in diesem Fall, ob sich das Gerät aufschrauben lässt. Bei fast allen höherwertigen Maschinen ist dies möglich. Sofern Sie über grundlegende Erfahrungen im Bereich Elektrik verfügen, können Sie das alte Kabel gegen ein neues austauschen. In fast allen Fällen wird die Maschine danach wieder einwandfrei ihren Dienst verrichten. Vorsicht ist geboten, wenn es aus dem Inneren der Bohrmaschine qualmt und ein verschmorter Geruch auftritt. Dies sind Indizien für einen Defekt am Antriebsmotor – und leider auch Indizien für ein baldiges Ende der Maschine. Hier können Sie dann nur noch das Bohrfutter sowie (für Bastler) Regler und Schalter aus dem Inneren der Maschine ausbauen.

Altes Werkzeug verkaufen, verschenken oder verschrotten?

Was für den einen Ballast ist, kann für den anderen das lang gesuchte Schnäppchen sein. Bevor Sie nun also in einer Aktion Ihren kompletten Altbestand an Werkzeug zum Schrott geben, machen Sie eine Bestandsaufnahme. Ideal geht dies mit dem System „Ausmisten mit Kisten“. Hierfür benötigen Sie drei relativ große Kisten, die Sie mit den Nummern 1, 2 und 3 durchnummerieren. Danach gehen Sie wie folgt vor: Kiste 1: Schrott Einmal zu fest den Schraubendreher angesetzt und schon ist ein Stück an der Spitze abgebrochen. Sägeblätter ohne Zähne, verschmorte Bohrmaschinen und Hammerköpfe ohne Stiel – die Kiste Nummer 1 ist Ihre Kiste für alle Werkzeuge, die nicht mehr als Schrottwert besitzen. Die gute Nachricht vorab: Auch Schrott hat noch einen gewissen Wert. Werkzeuge, die keinen Zweck mehr erfüllen können, bestehen trotzdem immer noch aus vergütetem Stahl. Schrotthändler zahlen Ihnen für sortenreines Metall vergleichsweise gute Preise. Sortieren Sie daher Ihr Werkzeug und versuchen Sie, es weitestgehend von Plastikummantelungen und -griffen zu befreien. Um etwas Geld aus dem alten Werkzeug herauszuholen, müssen Sie sich allerdings auf dem Weg zum örtlichen Schrotthändler machen. Die fahrenden „Schrottis“, die Alteisen vor der Haustür abholen, geben für Altmetall in der Regel kein Geld. Erwarten Sie jedoch keine Unsummen – der Kilopreis für Altmetall liegt bei wenigen Cent bis einigen Euro. Kiste 2: Verschenken Sie besitzen 50 Schraubendreher, mehrere Akkubohrer, mehrere Akkuschrauber und einen ganzen Koffer voller Zangen? Dann downsizen Sie doch einfach mal, in dem Sie anderen Menschen eine Freude machen. Wie wir wissen, ist Werkzeug vergleichsweise teuer und nicht jeder hat die Möglichkeit, sich zumindest einen Grundstock an Werkzeug zuzulegen. Um anderen Menschen eine Freude zu machen, braucht es nicht viel Aufwand (und Sie müssen dabei nicht mal Ihre Wohnung verlassen). Bieten Sie Werkzeug, das Sie verschenken möchten, einfach in Kleinanzeigen im Internet oder in den sozialen Netzwerken „für umsonst“ an. So werden Sie schnell und einfach Ihre alten Sachen los und ein Anderer freut sich: eine Win-Win Situation für alle! Gerne nehmen auch Hausmeister an Schulen oder in Flüchtlingsheimen altes, funktionsfähiges Werkzeug als Spende entgegen. Kiste 3: Verkaufen Eine Bohrmaschine eines namhaften Herstellers kostet neu zwischen 100 und 300 Euro. Selbst nach Jahren im Gebrauch (eine pflegliche Nutzung natürlich vorausgesetzt) hat so eine Bohrmaschine immer noch einen respektablen Restwert und ist viel zu schade dafür, ungenutzt im Keller zu verstauben. Im Internet können Sie hochwertige Geräte schnell zu Geld machen. Überprüfen Sie vorher, ob alle Funktionen der Maschine in Ordnung sind. Geräte, die top gepflegt sind, werden Ihnen aus den Händen gerissen – denn jeder Heimwerker kennt die robuste Bauart und die Langlebigkeit auch von Gebrauchtmaschinen. Vielleicht haben Sie in Ihrem Keller ja sogar echte Schätze gesammelt? Viele Werkzeuge offenbaren ihren genauen Zweck nur dem Fachmann – was für Sie nutzlos erscheint, kann für den Profi ein lange gesuchtes Werkzeug sein. Insbesondere alte Werkzeuge aus der Industrie oder von KFZ-Werkstätten können auch noch nach Jahrzehnten gutes Geld bringen. Haben Sie eine Hobbydrehbank im Keller? Dann bieten Sie überzählige Drehstähle doch einfach mal im Internet an. Drehstähle aus HSS (Hochleistungs-Schnell-Stahl) oder gar Wendeschneidplattenhalter können Ihnen ein nicht unerhebliches Weihnachtsgeld einbringen! Bedenken Sie beim Verkauf im Internet, dass dem Produktfoto höchste Wichtigkeit eingeräumt wird. Präsentieren Sie Ihr altes Werkzeug immer, als würde es sich um hochwertige Neuware handeln. Rostige Stellen an Schäften, Bohrfuttern oder Hammerköpfen sehen nicht nur unschön aus, sondern signalisieren darüber hinaus, dass Sie nicht besonders pfleglich mit Ihrem Werkzeug umgegangen sind. Einen wesentlich höheren Gewinn erzielen Sie mit sortierten, entrosteten und bestenfalls geölten Werkzeugen. Eventuell findet sich bei Ihnen im Hobbyraum ja noch ein ungenutzter Werkzeugkoffer? Stellen Sie eine schöne Auswahl alter Werkzeuge zusammen und bieten Sie diese Auswahl als „Konvolut“ im Werkzeugkoffer an. So erzielen Sie mit großer Wahrscheinlichkeit die besten Preise!

Fazit

Altes Werkzeug muss noch lange nicht zum alten Eisen gehören! Egal ob Schrottwert, als Grundlage für Bastler- und Hobbyprojekte oder als Spende: Werkzeug verliert fast nie seinen kompletten Wert und kann heutzutage problemlos über das Internet zu Geld gemacht werden.