Heimwerken liegt seit Jahren ungebrochen im Trend. Egal ob kleine Bastel- oder Reparaturarbeit oder langfristig geplantes Großprojekt, mit etwas Geschick und der notwendigen Portion Selbstbewusstsein lässt sich vieles in Eigenregie umsetzen. Dabei sind Profis, genau wie ambitionierte Laien, vor allen Dingen auf das passende Werkzeug angewiesen. Nur damit sind einzelne Aufgaben zufriedenstellend zu bewältigen.

Eines der häufigsten Aufgabengebiete bei den meisten handwerklichen Projekten ist das Trennen oder Schneiden unterschiedlicher Werkstoffe, oft in Form des Sägens. Ob Holz, Metall oder Kunststoff, Sägen ist eine beliebte Methode, unterschiedlichste Materialien in eine benötigte Form und Größe zu bringen. Dabei wurden im Laufe der Geschichte unterschiedlichste Werkzeuge entwickelt, mit denen die unterschiedlichen Materialien in allen denkbaren Ausgangsgrößen bearbeitet und für allen möglichen Einsatzgebiete nutzbar gemacht werden können.

Unter dem Oberbegriff „Säge“ finden sich deshalb zahllose bekannte und weniger bekannte Varianten. Je spezialisierter ihr Einsatzgebiet, desto geringer ihre Verbreitung. Einige Modelle sind deshalb vornehmlich im professionellen Einsatz und in der Industrie anzutreffen und eine Anschaffung für die private Nutzung selten sinnvoll. Andere Modelle hingegen sind universell einsetzbar und deshalb weit verbreitet. Unterscheidung nach Antrieb Collection of antique tools hanging Ein Hauptunterscheidungskriterium bei Sägen aller Bauarten, ist die Art ihres Antriebes. Unterschieden werden dabei handbetriebene Sägen, deren Größe und Gewicht und nicht zuletzt ihre Leistungsfähigkeit durch eine Nutzung mittels einfacher Muskelkraft des Handwerkers begrenzt werden und motorisierte Modelle, die auch als Sägemaschinen bezeichnet werden.

Handsägen

Die Handsäge ist eine bereits Jahrtausende alte Entwicklung, die in ihrer Grundform schon in der Steinzeit genutzt wurde. Entsprechend groß ist ihre Verbreitung: eine Handsäge findet sich in jeder halbwegs ausgerüsteten Werkzeugkiste. Dabei gibt es auch hier eine Vielzahl unterschiedlichster Bauformen, die entwickelt wurden, um auch anspruchsvolle Materialien zu bearbeiten und komplizierte Aufgaben zu bewältigen. Grundsätzlich werden bei Handsägen zwei Varianten anhand der Befestigungsart des notwendigen Sägeblattes unterschieden, die jeweils zahlreiche Unterarten zusammenfassen:

Strecksägen / gespannte Sägen

Bei der Strecksäge wird ein Sägeblatt eingespannt. Je nach Art der Spannvorrichtung unterscheidet man unter anderem Gestell- und Bügelsägen.

  • Gestellsägen In einer optisch identischen Bauform, die durch das charakteristische Holzgestell mit Mittelbalken und oberer Spannvorrichtung gekennzeichnet ist, wird die Gestellsäge als Spannsäge, Schweifsäge, Absetzsäge, Faustsäge, Schlitzsäge und Schittersäge eingesetzt. Der Unterschied zwischen den einzelnen Modellen liegt in der Art des eingesetzten Sägeblattes und damit seiner Eignung. Die Gestellsäge ist klassischerweise eine Holzsäge. Je nach Zahl, Abstand, Größe und Ausrichtung der Sägezähne eignen sich die verschiedenen Varianten für grobe bis hin zu feinen, präzisen Schnitten, die auf Zug durchgeführt werden.
  • Bügelsägen Bei der Bügelsäge ist das Sägeblatt in einen gebogenen Metallbügel mit montiertem Griff eingespannt. Als Handsäge eignen sich Bügelsägen besonders für feine Sägearbeiten, bei denen die Zerspanung sowohl in Zug- als auch in Schubrichtung erfolgen kann. Je nach gewähltem Sägeblatt eignen sich Bügelsägen für Holzarbeiten oder auch für das Sägen von Metall und Kunststoff.
  • Laubsäge Die Laubsäge ist die wohl bekannteste Form der Bügelsäge. Schon Kinder lernen im Werkunterricht den Umgang mit dem unkomplizierten Werkzeug. Bei den beliebten Laubsägearbeiten handelt es sich um feine Ausschnitte, in geraden wie auch kurvenreichen Formen, aus geeignetem Holz, meist Platten mit einem Durchmesser von maximal 6 mm. Ein langgezogener U-förmiger Bügel ermöglicht dabei das Sägen vom Rand bis weit in die Plattenmitte.
  • Puksäge Die Puksäge ist die klassische Haushaltssäge. Die handliche Form aus einem kurzen, geschwungenen Bügel, der entweder zusätzlich eine Griffschlaufe bildet oder an dem ein Griff aus Holz oder Kunststoff befestigt ist, eignet sich für vielfältige Aufgaben. Je nach eingesetztem Sägeblatt eignet sich die Puksäge besonders zum Sägen von Metall und Kunststoff. Dabei arbeitet die Puksäge in der Regel als Zugsäge

Heftsägen / ungespannte Sägen

Im Gegensatz zu gespannten Sägen handelt es sich bei der notwendigen Spannung des Sägeblattes um Eigenspannung des Materials. Das mehr oder weniger flexible Sägeblatt ist an einem geeigneten Griff, auch als Heft bezeichnet, befestigt. Heftsägen werden ebenfalls zum Sägen unterschiedlicher Materialien genutzt und sind, je nach Modell und Gestaltung ihrer Zahnung, für feine oder grobe Schnitte geeignet.

  • Feinsägen Die Feinsäge ist für gerade Schnitte in Holz gedacht. Die rechteckige Form des Sägeblattes, am oberen Rand durch eine Metallleiste stabilisiert, die in einen geraden Griff mündet, zählt zu den bekanntesten Bauformen. Aufgrund der Bauform ist mit der Feinsäge ein tiefes Eindringen in ein Werkstück nicht möglich. Sie eignet sich vornehmlich zum Sägen von dünneren Holzstücken, wie zum Beispiel Leisten.
  • Fuchsschwanz Das in der Regel 40 cm bis 60 cm lange Sägeblatt eines Fuchsschwanzes benötigt eine gewisse Dicke, um seine notwendige Stabilität zu entwickeln. Der relativ grobe Schnitt eines Fuchsschwanzes erfolgt in beide Sägerichtungen, mit hohem Materialabtrag. Der Fuchsschwanz zählt ebenfalls zu den weit verbreiteten Sägevarianten und wird von Profis wie von Heimwerkern für kraftaufwändige Holzarbeiten genutzt.
  • Hand-Stichsäge Bei der Handstichsäge handelt es sich optisch um einen Fuchsschwanz mit einem deutlich schmaleren Sägeblatt. Dieses ermöglicht das Eintauchen in vorgebohrte Löcher, von denen in größeren Materialstücken gearbeitet wird. Klassischerweise wird die Hand-Stichsäge für Arbeiten in Holz oder auch beispielsweise Gipskartonplatten genutzt. Die elektrische Stichsäge hat ihren manuellen Vorläufer weitestgehend verdrängt.
  • Lochsäge Die Lochsäge ist streng genommen keine eigenständige Säge, da sie nur in Verbindung mit einer Bohrmaschine genutzt werden kann. Kreisrunde Sägeblätter werden in einen passenden Aufnahmeteller eingespannt, der über geeignete Aufnahmen für Blätter unterschiedlicher Durchmesser verfügt. Mittig im Teller sitzt ein Zentrierbohrer, mit dem in das zu sägende Material (meist Holz, aber auch Kunststoff oder zum Beispiel Gipskarton) eingedrungen wird. Aufgrund der begrenzten Höhe der Sägeblätter ist auch die maximale Materialstärke begrenzt.
  • Trummsäge Die Trummsäge steht für das klassische Bild des Holzfällers. Auch als Zugsäge, Schrotsäge, Quersäge, Blattsäge oder Bauchsäge bezeichnet, dient sie hauptsächlich zum Zerteilen von Baumstämmen. Aufgrund ihrer Länge von bis zu 2 Metern wird die Trummsäge von zwei Personen bedient und sägt in beide Zugrichtungen.
  • Japanische Säge Die Japansäge (Nokogiri) erfreut sich in den letzten Jahren auch in Europa zunehmender Beliebtheit. Sie ähnelt in ihrer Bauform der klassischen Feinsäge. Im Gegensatz zu ihr arbeitet die Japansäge jedoch allein auf Zug. Dieser Umstand gewährleistet bei Sägen die Notwendige Stabilität, kann dabei jedoch auf die Blattstärke verzichten, die für ein sicheres Sägen bei einer Schubsäge notwendig wäre. Ein dünneres Sägeblatt wiederum bedarf beim Sägen eines deutlich geringeren Kraftaufwandes.

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Sägemaschinen

Die Möglichkeiten einer handbetriebenen Säge sind begrenzt. Überall dort, wo Muskelkraft und Ausdauer nicht ausreichen, kommen Maschinen zum Einsatz. Zahlreiche spezialisierte, meist elektrische Sägemaschinen wurden im Laufe der Handwerksgeschichte entwickelt, von denen einige eine weite Verbreitung, im professionellen, wie auch im Heimwerkerbereich erzielen. Grundsätzlich unterschieden werden Sägemaschinen nach der Art ihrer Bedienung:

Elektrische Standsägen

  • Bandsägen Die Bandsäge ist nach dem umlaufenden Sägeblatt in Form eines geschlossenen Rings benannt. Die unterschiedlichen Sägebänder ermöglichen dabei eine breite Vielfalt an Materialien, die sich mit einer Bandsäge bearbeiten lassen. Hierzu zählen neben Holz, Metall und Kunststoff unter anderem auch Leder, Textilien, Porenbeton oder sogar tiefgefrorenes Fleisch und Knochen. Das horizontal oder bei einigen Modellen auch vertikal umlaufende Sägeband durchläuft dabei eine Öffnung in einem Sägetisch, über den die zu sägenden Werkstücke an das Band herangeführt und gesägt werden.
  • Tischkreissäge Die Tischkreissäge ist in guten Werkstätten und auf Baustellen unverzichtbar. Das kreisrunde, in einen Sägetisch eingelassene Sägeblatt wird von einem leistungsstarken Motor angetrieben und ist, je nach Material und Zahnung, für gröbere Schnitte durch Holz, Metall, Kunststoff und Baustoffe wie Stein geeignet. Tischkreissägen werden inzwischen auch als kleinere, weniger leistungsstarke Modelle für Heimwerker angeboten.
  • Dekupiersäge Die Dekupiersäge dient, wie der französische Name beschreibt, zum “Ausschneiden“ und “Zuschneiden“. Es handelt sich bei der Dekupiersäge um die elektrische, stationäre Variante der Laubsäge.
  • Kapp und Gehrungssägen Die Kappsäge dient dem Kappen, also dem Kürzen von Holz. Ähnlich einer Kreissäge wird ein rundes Sägeblatt durch eine vertikale Bewegung in ein Werkstück eingetaucht und zusätzlich durch Zug horizontal hindurchgeführt. Kann dabei der Winkel des Sägeblattes durch Kippen und durch die Drehung auf einer Grundplatte verändert werden, spricht man von einer Kapp- und Gehrungssäge.

Elektrische Handgeräte

Elektrische Handgeräte sind auch in Privathaushalten inzwischen weit verbreitet. Kaum ein Heimwerker verzichtet heute auf die Unterstützung durch elektrisch betriebene Sägen. Der Markt bietet eine Vielzahl unterschiedlicher Modelle, die zu unterschiedlichen Preisen für jeden Anspruch die passende Leistung bieten. Bekannte Hersteller gebräuchlicher Elektrosägen sind:

  • Bosch
  • Makita
  • DeWalt
  • etc.

Zum Angebot zählen zahlreiche unterschiedliche Varianten elektrischer Sägen:

  • Handkreissäge Die Handkreissäge ist die mobile Version der beschriebenen Tischkreissäge. Auch hier arbeitet ein motorgetriebenes kreisrundes Sägeblatt, das je nach Material und Zahnung für unterschiedlich feine Schnitte, vor allen Dingen durch Holz, geeignet ist. Im Gegensatz zur Tischkreissäge wird jedoch bei der Handkreissäge nicht das Werkstück, sondern die Säge bewegt. Aufgrund der hohen Verletzungsgefahr ist eine Handkreissäge mit extremer Vorsicht zu bedienen.
  • Stichsäge Die elektrische Stichsäge ist die wohl bekannteste und am weitesten verbreitete elektrische Säge. Ihr Einsatzbereich ist vielfältig und ihre Bedienung auch für den Laien schnell zu erlernen. Sie kann sowohl zum Kürzen von Werkstücken, als auch für Ausschnitte in gerader oder kurviger Form genutzt werden. Unterschiedliche Sägeblätter ermöglichen das Sägen unterschiedlicher Materialien wie Holz, Kunststoff und Metall sowie unterschiedlich feine oder grobe Schnitte. Die Materialstärke wird dabei durch die Länge der Sägeblätter stark eingeschränkt.
  • Säbelsäge Die elektrische Säbelsäge, auch als elektrischer Fuchsschwanz bezeichnet, ist ein vielseitig einsetzbares, leistungsstarkes Werkzeug. Das kurze Sägeblatt, an einem beidhändig geführten Motorgehäuse, eignet sich sowohl zum Trennen von Holz, als auch für Kunststoff und Metall. Aufgrund seiner Leistungsfähigkeit zählt die Säbelsäge auch zur Ausstattung von Rettungskräften.

Eine kleine Sägen-Einführung in Videoform haben wir Euch auch noch angefügt:

 

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