Ein Gartenzaun, das ist nicht einfach nur die Abgrenzung eines Grundstückes zur Strasse oder dem Nachbarn, es ist gleichzeitig ein Stilelement, das sich im Idealfall harmonisch mit der gesamten Außengestaltung des bebauten Bodens vereint. Das gelingt nicht immer, da ein Gartenzaun ja auch eine Barriere gegen das unbefugte Eindringen von Mensch und Tier darstellt und damit zweckgebunden ist.

Wer nun mit den Angeboten an fertigen Gartenzäunen in Baumärkten oder Online nicht so richtig zufrieden ist, kann sich auch seinen eigenen, individuellen Gartenzaun anfertigen. Benötigt werden dazu handwerkliches Geschick, Werkzeug und die verschiedenen Materialien zur Errichtung des Zaunes.

Wie bei anderen bautechnischen Maßnahmen auch, beginnt der Bau des eigenen Zauns mit der Planung beziehungsweise der Idee zum Zaun. Dabei benötigt ein Zaun eine gewisse Stabilität, die dadurch gewährleistet wird, dass er sich aus im Boden verankerten Pfosten und den dazwischen liegenden Sichtschutzelementen zusammensetzt. Je nach Art des Zauns kann der Abstand der Pfosten unterschiedlich sein. Mehr als fünf Meter sollte der Abstand aber nicht betragen. Eine Möglichkeit, den Pfostenabstand zu berechnen, liegt in der Länge der Zaunfront etwa zur Straßenseite hin. Beträgt diese beispielsweiße 20 Meter, ergeben sich bei einem Abstand von 5 m zusammen mit den Ecken fünf Pfosten. Dazu können noch zwei Pfosten zur Anbringung eines Gartentores kommen. In der einfachsten Form werden diese Pfosten als zugespitzte Holzpfähle in den Boden gerammt. Dazu wird als Werkzeug eigentlich nur ein massiver Vorschlaghammer benötigt und eine zweite Person, die den Pfosten hält, bis dieser im Erdreich festsitzt. Der Nachteil dieser einfachen Art der Pfostenerstellung für den Zaun ist die Ungenauigkeit und eine meist unzureichende Stabilität. Zudem besteht gerade für den „Pfostenhalter“ eine nicht unerhebliche Verletzungsgefahr. Viel besser ist es, jedem Pfosten ein Betonfundament zu geben oder ein durchgehendes Betonfundament zu errichten. Gerade solch ein Fundament bietet noch weitere Vorteile. Es bildet eine Sperre für Kleintiere, die sowohl von außen nach innen, wie auch von innen nach außen möchten. Etwa das Kaninchen der Tochter, das sich sonst unter dem Zaun durchbuddelt. Zudem können auf einem Betonfundament eine Vielzahl verschiedener Zaunarten aufgebaut werden. Natürlich beinhaltet dies einen etwas größeren Arbeitseinsatz und auch das benötigte Werkzeug nimmt an Umfang zu, auf lange Sicht lohnt es sich aber auf jeden Fall. Benötigt werden für ein Betonfundament mit einer Breite von 25 cm und einer Höhe von 40 cm (wobei sich 20 cm über dem Erdreich befinden) entsprechende Werkzeuge wie:

  • Schaufel
  • Spitzhacke
  • (Schaufel und Spitzhacke sind austauschbar durch einen Minibagger)
  • Richtschnur
  • Armierungseisen
  • Schalbretter
  • Dreikant Holzleisten
  • Dachlatten
  • Maurerhammer
  • Wasserwaage
  • Bandmaß
  • Maurer-Kelle
  • Draht
  • Nägel
  • Zement
  • Sand
  • Betonmischer
  • (Die letzten drei Punkte in der Liste können auch durch Fertig-Beton ersetzt werden)

Zuerst wird mit Hilfe von zwei Armierungseisen und der Richtschnur der Verlauf des Betonfundaments angezeigt, in dem die Schnur dort gespannt wird, wo das Fundament hinkommen soll. Dabei unbedingt die Grundstücksgrenze einhalten, um Ärger mit dem Nachbarn oder den Behörden zu vermeiden. Entlang dieser Schnur wird nun das Fundament auf eine Tiefe von 20 cm ausgehoben. Gleichzeitig kann die Schnur schon so gespannt werden, dass Sie die Höhe des Fundaments, 20 cm über Bodenniveau, anzeigt. Damit hierbei über eine lange Strecke alles im Lot bleibt, ohne gleich ein Nivelliergerät einsetzen zu müssen, kann eine Schlauchwaage verwendet werden. Diese kann aus durchsichtigem Schlauch, Wasser und einem Filzstift ganz einfach selbst angefertigt und nach Gebrauch anderen Zwecken zugeführt werden. Ist die Fundamentgrube ausgehoben, wird die 20 cm hohe Verschalung angebracht, wobei am oberen inneren Rand der Schalbretter die Dreikant Holzleisten befestigt werden. Sie sorgen dafür, dass keine scharfen Betonkanten entstehen. In den flüssigen Beton werden an den Stellen, wo die Zaunpfosten hinkommen, entsprechende Platzhalter eingelassen oder direkt die ausgewählten Pfosten, wenn diese aus Metall sind. Holzpfosten direkt in den Beton einzulassen ist unvorteilhaft, dWeier Gartenzauna selbst gut imprägniertes Holz von der Zementlauge angegriffen wird. Dabei immer mit der Wasserwaage die vertikale Ausrichtung kontrollieren. Werden vorerst nur Platzhalter eingesetzt, dies können beispielsweise passende Styroporblöcke sein oder auch leere Bierflaschen, die allerdings nicht so gefahrlos zu entfernen sind, dafür aber andere Vorteile besitzen. Nach dem Aushärten des Betons und der Entfernung der Schalung kann nun die Errichtung des eigentlichen Zaunes beginnen. Wurden bereits Metallpfosten eingelassen, kann der berühmte Maschendrahtzaun daran befestigt werden, der allerdings optisch nicht unbedingt zu den Highlights zählt, selbst wenn er eine grüne Kunststoffbeschichtung trägt. Jedoch kann ein solcher Drahtzaun genutzt werden, um eine Zaunhecke aufzubauen, wobei der Draht ganz langsam in der Hecke verschwindet und von Anfang an den Zutritt aufs Grundstück verwehrt. Stilistisch gesehen ist Holz das beste Material für einen individuellen Zaun, das sich zudem relativ leicht bearbeiten lässt. Werden zur Befestigung des Holzzaunes auch Pfosten aus Holz verwendet, sollten diese auf entsprechenden Metallfüßen befestigt werden, die wiederum entweder im Betonfundament eingelassen oder mit diesem verschraubt werden. Je nachdem wird dazu folgendes Werkzeug und Material benötigt.

  • Metallschuhe oder Pfostenschuhe
  • Fertigzement
  • Kelle
  • Schlagbohrmaschine
  • Verlängerungskabel oder Kabelrolle
  • Steinbohrer
  • Bleistift
  • Dübel
  • Schrauben
  • Passender Schraubendreher oder Gabelschlüssel, abhängig von der Art der Schrauben

Beim Befestigen der Pfostenschuhe sollte unbedingt mit einem bereits vorhandenen Pfosten die vertikale Ausrichtung während der Arbeiten kontrolliert werden. Sind nun die Zaunpfosten gesetzt, kann es an die Errichtung des Zaunes gehen und hier bietet sich in Bezug auf Holz eine schier unendliche Auswahl an. Dabei bietet der Handel eine ganze Anzahl unterschiedlicher vorgefertigter Holzlatten, die den Aufbau eines individuellen Zaunes erlauben. Dabei sind auch der eigenen Fantasie keine Grenzen gesetzt. So lassen sich gleichmäßige Zaunverläufe aus Latten durch eigens angefertigte Elemente unterbrechen, die eventuell farbig abgesetzt werden und so besondere Akzente aufzeigen. Dazu werden zuerst zwei oder auch drei Querträger zwischen den bestehenden Holzpfosten angebracht, an die wiederum die Zaunlatten geschraubt werden. Während in Deutschland der herkömmliche Gartenzaun aus Holz bei der Lattung offene Abstände aufweist, zeigt sich im englischen Sprachraum eine überlappende Bauweise, die einen geschlossenen Sichtschutz gewährt. Diese nicht selten übermannshohen Holzzäune finden vor allem in den Hintergärten (Backyard) von dicht aneinander gebauten Häusern ihre Anwendung, um so das eigene uneinsehbare Refugium zu wahren. Für einen Lattenzaun dieser Art wird neben den entsprechenden Hölzern eine eher kleine Auswahl an Werkzeug und Material benötigt:

  • Stichsäge
  • Stichsägeblätter
  • Handkreissäge
  • Akkuschrauber
  • Bits
  • Wasserwaage
  • Bandmaß
  • Holzschrauben
  • Schleifpapier + Schleifblock oder Schleifmaschine

Zur Befestigung der ersten Latte wird diese zuerst mit der Wasserwaage säuberlich ausgerichtet und verschraubt, danach können die weiteren Latten mithilfe eines Abstandshalters oder einer Lehre angepasst und verschraubt werden. Den richtigen Abstand zwischen den Holzlatten zu ermitteln, erfordert etwas Rechenarbeit. Dazu wird der genaue Abstand zwischen den beiden Holzpfosten in cm gemessen. Dann wird die Breite einer Holzlatte wiederum in cm gemessen. Zu dieser Zahl kommt der gewünschte Abstand hinzu. Dieser sollte aus optischen Gründen 5 cm nicht überschreiten. Angenommen es sind 3 cm, so wird dieser Abstand zur Breite der Holzlatte dazugerechnet und diese Zahl durch die Zahl der Länge des Zaunsegments geteilt. Hierzu ein Rechenbeispiel: Zwischen zwei Holzpfosten beträgt der Awhite picket fencebstand 5 m bzw. 500 cm. Eine Holzlatte besitzt eine Breite von 7 cm. Dazu kommt der Abstand von 3 cm, ergibt 10 cm. Folglich sieht die einfache Rechnung so aus. 500 : 10 = 50. Also werden 50 Latten a 7 cm Breite für eine Zaunlänge von 5 m mit einem Lattenabstand von 3 cm benötigt. Neben der vertikalen Ausrichtung der Holzlatten bietet sich auch die vertikale Anbringung an. Auf sehr einfache Art und Weise lässt sich dies mit Doppel-U-Trägern aus verzinktem Stahl realisieren, die als Pfosten dienen. In das U-förmige Profil der Pfosten werden die Zaunbretter oder Zaunlatten einfach von oben eingeschoben. Soll ein Abstand zwischen den einzelnen Brettern bestehen, wird dies durch entsprechende Abstandshölzchen verwirklicht. Nun noch zur Imprägnierung des Gartenzaunes.

Auch hierzu stehen eine große Anzahl an Farben, Lasuren oder Ölen zur Verfügung, wenn das Holz nicht bereits Tiefenimprägniert ist. Für das Auftragen des Holzschutzes bietet sich etwa eine elektrische Farbspritzpistole an. Eine andere Möglichkeit ist es, diese Aufgabe, die in regelmäßigen, etwa zweijährigen Abständen wiederholt werden sollte, mit dem Pinsel durchzuführen. Diese Aufgabe könnte auch an ein Familienmitglied delegiert werden wie etwa den Sohn des Hauses, der dies wiederum in Manier von Tom Sawyer an seine Freunde in der Nachbarschaft weitergibt. Sicherlich eine interessante Abwechslung für die Kinder gegenüber Computerspielen, ob allerdings das Ergebnis dem Hausherrn wirklich befriedigt, steht in einem anderen Buch.

 

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